23.12.2005, 13:49
Zitat:München (rpo). Die Regierung von US-Präsident George W. Bush bereitet derzeit ihre wichtigsten Bündnispartner im Nahen Osten in Geheimgesprächen auf einen möglichen Luftangriff gegen Ziele in Iran vor. Das bestätigten westliche Sicherheitskreise der Nachrichtenagentur ddp. Hintergrund ist die mangelnde Zusammenarbeit des Iran mit den internationalen Behörden zur Kontrolle seines Atomprogramms. Bush fürchtet, dass Teheran Atombomben baut.
Nach diesen Angaben soll CIA-Chef Porter Goss am Montag voriger Woche in der türkischen Hauptstadt Ankara Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan darum gebeten haben, die nach derzeitigem Stand für 2006 geplanten Luftangriffe auf iranische Nuklear- und Militäranlagen vor allem mit dem rückhaltlosen Austausch geheimdienstlicher Informationen zu unterstützen. "Wir beobachten diesen Iran betreffenden Informationsaustausch derzeit mit großem Interesse", hieß es.
In den vergangenen Wochen sollen auch die Regierungen in Saudi-Arabien, Jordanien, Oman und Pakistan im Ansatz über die Militärpläne unterrichtet worden sein. Dabei seien die Luftangriffe als "mögliche Option" bezeichnet, ein konkreter Zeitpunkt jedoch nicht genannt worden.
CIA-Chef Goss soll türkischen Sicherheitsbehörden nun in Ankara auch drei Dossiers übergeben haben, von denen eines angeblich belege, dass Teheran mit der Terrororganisation Al-Qaida kooperiere. Ein weiteres Dossier betreffe den Stand der iranischen Atom-Rüstung, hieß es. Nach Angaben aus deutschen Sicherheitskreisen hat Goss in Ankara zugesichert, die türkische Regierung wenige Stunden vor dem möglichen Luftangriff zu informieren und der Türkei schon jetzt "grünes Licht" dafür gegeben, an jenem Tag auch Lager der separatistischen PKK auf iranischem Gebiet anzugreifen.
Türkei wichtigster Verbündeter
Für Washington ist die Türkei der wichtigste Verbündete in der Region. Wenige Tage vor dem CIA-Chef hatte FBI-Direktor Robert Mueller Ankara besucht. Nach ddp vorliegenden Informationen wurde auch der türkische Generalstabschef Yasar Buyukanit bei einem Aufenthalt in Washington vor wenigen Tagen darum ersucht, die türkische Armee "mittelfristig" auf einen möglichen amerikanischen Militärschlag gegen Ziele in Iran vorzubereiten.
Auch Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer, der als enger Verbündeter Washingtons gilt und vor wenigen Tagen die Türkei besucht hatte, soll nach Informationen deutscher Sicherheitskreise über den Stand der Vorbereitungen eines möglichen amerikanischen Luftangriffes auf Ziele in Iran unterrichtet worden sein. Nach Auffassung deutscher Militärkreise könnten in Diego Garcia im Indischen Ozean stationierte amerikanische Langstreckenbomber gemeinsam mit am Golf operierenden Flottenverbänden den Überraschungsangriff ausführen.
Nach ddp vorliegenden Informationen haben die jüngsten anti-semitischen Ausfälle des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad die amerikanische Regierung in der Auffassung bestärkt, dass Teheran auch im Atom-Streit nicht einlenken werde und auf Zeit spiele. Ein ranghoher deutscher Militär sagte ddp: "Es würde mich sehr wundern, wenn die Amerikaner mittelfristig nicht die von Teheran gelieferte Vorlage nutzen würden. Die Amerikaner müssen Iran angreifen, bevor das Land Nuklearwaffen entwickelt hat. Danach wäre es zu spät." Ahmadinedschad hatte nicht nur den Holocaust geleugnet, sondern auch öffentlich dazu aufgerufen, den Staat Israel von der Landkarte zu tilgen. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hatte unlängst nicht ausgeschlossen, dass Israel die Islamische Republik Iran im Alleingang angreifen werde.
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